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Wie wird ein Businessplan erstellt?

Wer sich selbständig machen will, der muss sich natürlich umfangreiche Gedanken über sein zukünftiges Vorhaben machen. Mit einem Businessplan oder Geschäftsplan wird in erster Linie aufgezeigt, welche Chancen die geplante Geschäftstätigkeit bietet und welche Maßnahmen zu ergreifen sind. Dies gilt für den Laden um die Ecke, der Eheringe verkauft, genauso wie für die Gründer eines biotechnischen Innovationszentrums, das in der Tumorgenetik forscht. Die Planungen stellen dabei nicht nur die Basis für die eigene Zielvereinbarung dar. Der Businessplan dient vielmehr auch als wichtiges Dokument, um externe Finanzmittel gewinnen zu können. Wer nämlich die Wirtschaftlichkeit seines Vorhabens nicht aufzeigen kann, dürfte heutzutage kaum in der Lage sein, Investoren zu gewinnen. So ist ein solcher Plan für Banken, Kooperationspartner oder auch private Geldgeber ein erforderliches Instrument. Mit dem Geschäftsplan versuchen Firmengründer, Dritte von dem Vorhaben zu überzeugen.

Neben Menschen, die sich selbständig machen wollen, dient der Businessplan auch bei vielen anderen Anlässen als wichtiges Instrument. So kann der Geschäftsplan bei Firmenverkäufen oder strategischen Neuausrichtungen genauso Verwendung finden wie bei Fusionen, Geschäftskooperationen oder bei der Beantragung von Fördermitteln. Doch auch bei der Einführung neuer Produkte, bei bevorstehenden Investitionen oder bei der Expansion des eigenen Geschäfts auf andere Märkte spielt ein solcher Geschäftsplan immer häufiger eine wichtige Rolle. Businesspläne werden mitunter darüber hinaus auch bei einer Kapitalerhöhung oder bei einem bevorstehenden Börsengang eingesetzt.

Der wesentliche Aufbau eines Businessplans
Ein Businessplan besteht aus mehreren Teilen. Aufgebaut wird die Konzeption durch einen Marketingplan. Dieser beinhaltet dabei mehrere Teilpläne wie einen Beschaffungsplan, einen Personalplan, einen Produktionsplan oder aber ein Vertriebskonzept. Der zweite Part des Geschäftsplanes besteht aus der Finanzplanung. Hier werden die finanziellen Ressourcen ausführlich beleuchtet, die zum Start der Geschäftstätigkeit notwendig sind. Darüber hinaus sind auch die notwendigen personellen Ressourcen aufgeführt. Ebenso gibt die Planung Details in Sachen der zu erwartenden Umsatzerlöse preis. Schließlich sollen die Investitionsausgaben und die Wirtschaftlichkeit der Geschäftstätigkeit beurteilt werden können.

Bezügliches des Umfangs eines Businessplans gibt es unterschiedliche Ansichten, konkrete Normen hierfür sind nicht festgelegt. Die Länge eines entsprechenden Geschäftsplanes ist allerdings stark abhängig vom jeweiligen Geschäftsbetrieb. Handelt es sich beispielsweise um die geplante Neugründung eines lokalen Ladengeschäftes, so sind in der Regel maximal zehn DIN A4 Seiten mehr als ausreichend. Plant der Unternehmer jedoch beispielsweise eine in ganz Europa operierende Spedition, so kann der Geschäftsplan durchaus 30 oder mehr Seiten beinhalten. Als generelles Maximum werden von Experten 40 bis 50 Seiten genannt, da nur wenige Entscheider über die finanzielle Investition in einen neuen Betrieb grundsätzlich dazu bereit sind, noch detaillierter mit voller Aufmerksamkeit Einblick in die Planungen zu nehmen.

Die detaillierten Ausführungen im Businessplan
Auch wenn es keinen offiziellen Standard gibt, wie ein Businessplan im Detail auszusehen hat, so haben sich im Geschäftsleben doch gewisse Normen durchgesetzt. Denn in den vergangenen Jahren haben Unternehmensberatungen, Banken und auch private Risikokapital-Investoren nach und nach gewisse Anforderungen durchgesetzt, die in einem Businessplan enthalten sein sollten. So lassen sich die Geschäftspläne der unterschiedlichen Unternehmen zumindest in Teilbereichen miteinander vergleichen. Auch wenn sich die Gliederung natürlich individuell unterscheiden kann, so sollte ein Businessplan heutzutage doch die nachfolgenden Inhalte mit sich bringen.

In den meisten Fällen startet der Geschäftsplan mit der Idee. Hier stellte der Selbständige seine Produkt- oder Dienstleistungsidee vor. Der wichtigste Punkt an dieser Stelle ist der Nutzen für den Kunden durch die neue Geschäftsgründung. Wenn nämlich ein Selbständiger beispielsweise ein neues Restaurant um die Ecke eröffnen will, so könnte dies beim möglichen Geldgeber Skepsis oder ein Gähnen hervorrufen. Wird dem potenziellen Geldgeber jedoch nähergebracht, dass es sich um ein Restaurant mit spanischen Spezialitäten handelt, das in einem Gebiet eröffnet wird, in dem zahlreiche Mitbürger wohnen, die aus Südeuropa stammen, so kann dies größeres Interesse beim Entscheider hervorrufen und sicherstellen, dass die nachfolgenden Ausführungen konzentriert im Detail gelesen werden.

Im Nachfolgenden sollte auf das komplette Team eingegangen werden, das zum Beginn der Geschäftstätigkeit mit an Bord ist. Dabei dürfen auch die jeweiligen Qualifikationen des Personals nicht fehlen. Ebenso sollte der Entscheider über das einzubringende Kapital auch darüber informiert werden, wie die genaue Rechtsform des Betriebes aussehen wird. Darüber hinaus muss sich der Businessplan sowohl mit dem Markt und den Konkurrenten auseinandersetzen, so wie auch die Marketingstrategie erläutern. Hierbei müssen die konkreten Werbemaßnahmen im Detail aufgeführt werden.

Nachfolgend kommt der für viele Entscheider wichtigste Punkt des Businessplans, die Finanzplanung. Hier wird zunächst auf den Finanzbedarf eingegangen. Die Liquiditätsplanung spielt eine sehr wichtige Rolle im Geschäftsplan. Enthalten sein sollten auch eine Gewinn- und Verlustrechnung sowie eine Risikobewertung. Denn die möglichen Risiken bei der Geschäftsgründung dürfen dem Kapitalgeber natürlich nicht vorenthalten werden und sollten durchaus im Detail aufgezeigt werden. So sollte auch im Businessplan das Szenario enthalten sein, dass im schlimmsten Fall droht. Auf der anderen Seite muss aber natürlich auch aufgezeigt werden, wie der beste Geschäftsverlauf aussehen wird. Beendet wird der Businessplan mit einer Zusammenfassung, in der die wichtigsten Punkte in Kurzform oder als Aufzählung enthalten sind.

Professionelle Hilfe von Vorteil
Damit das Vorhaben der Kapitalbeschaffung erfolgreich ist, sollte der Businessplan mit größter Sorgfalt erstellt werden. Zudem sollten auch tatsächliche sämtliche Chancen, aber auch Risiken aufgezeigt werden. Manch ein Firmengründer wird sich bei der Erstellung des Businessplans schnell überfordert fühlen. Aus diesem Grunde sollte hier professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden. Hierfür gibt es mehrere Möglichkeiten. Hilfestellungen gibt es beispielsweise im Internet von den Förderbanken der Bundesländer oder von Gründernetzwerken. Zudem kann es auch sinnvoll sein, an einem der vielen Businessplan-Wettbewerbe teilzunehmen. Denn hierbei gibt es auch Tipps und Tricks für die Erstellung eines Geschäftsplans. Natürlich sollte auch die Unterstützung der IHK oder der Handwerkskammer in Anspruch genommen werden. Professionelle Hilfe bieten auch Unternehmensberatungen.

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