rss
0

Wie bereitet man sich als Existenzgründer auf einen Bankentermin vor

Hat man die Idee in die Selbstständigkeit zu starten, ist es äußerst wichtig, ausreichend Zeit in die Vorbereitungen zu investieren. In der Regel werden finanzielle Mittel benötigt, die man aus eigener Kraft nicht sofort aufbringen kann. Aus diesem Grund wird es nötig, Fremdkapital in Anspruch zu nehmen. Damit sind auch Verhandlungen mit Kreditinstituten beziehungsweise Banken unumgänglich. Eine gute Vorbereitung darauf ist dabei entscheidend. Besonders als Existenzgründer ist es wichtig, einen überzeugenden Eindruck bei den Kreditgebern zu hinterlassen, um finanzielle Mittel bewilligt zu bekommen.
Deshalb sollte das Konzept des neuen Unternehmens schon vor den ersten Gesprächen durchdacht und strukturiert zusammengefasst sein. Dazu gehören zum Beispiel ein Investitionsplan, eventuelle Fördermöglichkeiten, persönliche Voraussetzungen, Eigenkapital und eine betriebswirtschaftliche Vorausschau von circa zwei Jahren.

Das Grundkonzept
Die Vorstellung der Geschäftsidee steht am Anfang der Unterlagen. Die Bank interessiert zunächst, welche Art von Unternehmen gegründet werden soll und wie der Existenzgründer dies langfristig umsetzen möchte. Man sollte eine Einleitung schreiben, in der die Geschäftsidee näher beschrieben ist und dargestellt wird, warum man vom Erfolg des Unternehmens ausgeht. Dazu gehört auch, dass man zum Beispiel den Standort beschreibt, die Nachfrage analysiert oder erklärt, was das zukünftige Unternehmen von bereits bestehenden unterscheidet. Die Argumentation muss überzeugend sein und die eigene Motivation deutlich werden. Sie ist es, die letzten Endes den Erfolg der Geschäftsidee bestimmt.

Persönliche Voraussetzungen
Eine Beschreibung der eigenen Person ist ebenfalls ein wichtiges Element des Konzeptes. Das persönliche Umfeld, dazu gehört zum Beispiel der Familienstand und die Anzahl der Kinder, sollten mit einigen Sätzen beschrieben werden. Außerdem ist die berufliche Qualifikation mit entsprechenden Zeugnissen darzulegen. Zusammenfassend kann dies in Form eines Lebenslaufes dokumentiert werden, worin auch der komplette berufliche Werdegang erwähnt werden muss. Ist die Unterstützung eines oder mehrerer Familienmitglieder geplant (zum Beispiel in Form von Bürotätigkeiten) sollte dies unbedingt erwähnt werden, denn dies mindert in der Regel den Personalaufwand und zeigt der Bank, dass die Familie die Geschäftsidee mitträgt.

Betriebswirtschaftliche Vorausschau
Der nächste Baustein ist die finanzielle Darstellung des zukünftigen Unternehmens. Dazu wird in der Regel eine betriebswirtschaftliche Vorausschau verlangt, die den möglichen Umsatz der nächsten zwei Jahre darstellt. Der Umsatz wird den voraussichtlichen Kosten gegenüber gestellt, sodass die Tragfähigkeit des Betriebes dargestellt wird. Die meisten Banken bestehen auf eine betriebswirtschaftliche Einschätzung, die von Experten angefertigt werden muss. Dies kann ein Steuerberater in München sein, ein Rechtsanwalt in Hamburg oder, wenn es sich zum Beispiel um ein handwerkliches Unternehmen handelt, die Handwerkskammer. Diese fachkundigen Experten setzen dann auch mögliche Abschreibungen oder Erfahrungswerte in die Analyse ein, sodass der Bank eine realistische Einschätzung vorgelegt werden kann. Bestandteil dieses Dokumentes müssen auch die vollständigen finanziellen Möglichkeiten sein. Dies schließt eventuelles Eigenkapital mit ein. Man sollte dies allerdings nicht zu hoch ansetzen, um möglichst Rücklagen bilden zu können und später keine Nachfinanzierung beantragen zu müssen.

Fördermöglichkeiten
Es empfiehlt sich, im Vorfeld möglichen Förderungen zu klären. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten. Will man zum Beispiel aus der Arbeitslosigkeit heraus ein Unternehmen gründen, lohnt es auf jeden Fall den Gründungszuschuss der Agentur für Arbeit zu beantragen. Damit fällt der Unternehmerlohn für die erste Zeit aus der betriebswirtschaftlichen Vorausschau heraus und verbessert somit die Darstellung. Förderungen für Betriebsausstattungen können ebenfalls interessant sein. Diese kann man zum Beispiel vom Land oder der Gemeinde beantragen, was aber im Einzelfall zu klären ist, da bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen sind.
Günstige Kredite können ebenfalls beantragt werden. Allerdings kann zum Beispiel bei der KfW-Bank nur über ein Kreditinstitut der Antrag gestellt werden, was wiederum voraussetzt, dass diese von der Geschäftsidee überzeugt ist. Zusammenfassend ist es folglich wichtig, sich über die Fördermöglichkeiten zu informieren. Damit kann die finanzielle Darstellung deutlich verbessert werden und der erforderliche Kreditrahmen unter Umständen reduziert werden.

Die abgeschlossene Vorbereitung und das Bankgespräch
Als Existenzgründer ist einiges an Vorbereitung nötig, um ein erfolgreiches Bankgespräch führen zu können. Man sollte sich, wenn man besonders in betriebswirtschaftlichen Fragen unsicher ist, auf jeden Fall Hilfe bei fachkundigen Stellen holen. Es werden auch Förderungen von Beratungstätigkeiten angeboten, die nicht zurückgezahlt werden müssen, aber bei der Vorbereitung und Nachbereitung helfen können.

Steht der Termin für das Bankgespräch fest, sind auch die persönlichen Voraussetzungen zu erfüllen. Man sollte wissen, was in den eigenen Unterlagen steht, ohne ständig nachblättern zu müssen. Zwei Ausfertigungen, eine davon für die Bank, sind zwingend erforderlich. Um einen perfekten und überzeugenden Eindruck zu hinterlassen, muss das Konzept weitestgehend frei vorgetragen werden können. Nachfragen des Sachbearbeiters sollten für den Existenzgründer kein Problem sein. Dazu muss man das Grundkonzept mit einigen Eckdaten am besten Zuhause in Form eines Referates üben. Das hilft, eigene Unsicherheiten oder die Nervosität zu verringern.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass man sich am besten vorbereitet, wenn man sich ausreichend Zeit für die Vorbereitung nimmt und alle Seiten des Unternehmens genau beleuchtet. Dies ist nicht nur wichtig für das anstehende Bankgespräch, sondern auch für die eigene persönliche Überzeugung, dass die Geschäftsidee funktionieren wird.

 

About the Author

Kommentare sind geschlossen.

x
Loading...