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Was tun bei Content Klau ?

Content Klau bedeutet, dass Fotos, Texte, Grafiken oder sogar der gesamte Inhalt einer Website oder eines Blogs einfach auf fremde Websites übernommen werden. Dies geschieht ohne die Erlaubnis des Urhebers und ohne einen Hinweis darauf, wer der rechtmäßige Besitzer des Textes ist. Manueller Content Klau geschieht meist, weil jemand die geklauten Inhalte gut findet und selbst verwenden möchte. Ein weiterer Grund für Content Klau, ist die Absicht, sein Suchmaschinen-Ranking zu verbessern. Zu diesem Zweck werden gezielt – oftmals automatisiert – Websites kopiert, die im Ranking weit vorne stehen. Kürzere Textpassagen dürfen hingegen von Dritten verwendet werden, wenn die Quelle ordnungsgemäß angegeben wird. Natürlich ist es für den ursprünglichen Autor der Texte äußerst ärgerlich, wenn seine Inhalte einfach kopiert werden. Wie können Sie sich vor Content Klau also am besten schützen und dafür sorgen, dass Ihr Content Unique bleibt? Und was können Sie tun, wenn Sie entdecken, dass jemand Ihren Content benutzt?

Wann handelt es sich um Content Klau?
Zunächst einmal muss man klären, wann es sich wirklich um Content Klau handelt. Es ist ja manchmal gar nicht so leicht, zu beweisen, dass der betreffende Text von einem selbst erstellt wurde. Oder, dass man das tolle Foto selbst aufgenommen hat und somit auch zuerst auf seiner Website hatte. Außerdem ist auch nicht jeder Inhalt urheberrechtlich relevant. Nur Inhalte, die eine eigene schöpferische Leistung erkennen lassen, sind durch das Urheberrecht vor unberechtigter Nutzung geschützt. Naturgemäß gibt es hier eine Menge Interpretationsspielraum.

Wie bemerkt man Content Klau?
Eine einfache, aber durchaus effektive, Möglichkeit Content Klau herauszufinden, ist die Suche über Google. Geben sie einfach eine längere Textpassage – in Anführungsstriche gesetzt – als Suchbegriff bei Google ein und schon finden Sie gleichlautende Textpassagen. So werden Sie schnell auf Texte mit genau dem gleichen Wortlaut aufmerksam. Oder Sie verwenden ein Tool, wie z.B. Copyscape, zur Identifizierung übereinstimmender Texte. Wenn Sie herausfinden wollen, ob Bilder ohne Ihre Zustimmung verwendet werden, können Sie dies beispielsweise über die Suchmaschine TinEye tun.

Wie weist man Content Klau nach?
Sollten Sie die Absicht haben, gegen Content Klau vorzugehen, ist es ratsam so viel wie möglich zu dokumentieren. Nur so haben Sie später überhaupt eine Chance, den Content Klau nachzuweisen. Die einfachste Methode der Dokumentationssicherung ist es, einen Screenshot und einen Ausdruck von der Seite zu machen, die Ihre Inhalte abgekupfert hat. Versehen Sie den Ausdruck unbedingt mit Datum und Uhrzeit. Oft reicht dies aber nicht aus, da die Gefahr besteht, dass Texte teilweise absichtlich nicht lesbar sind. Sie erscheinen unsichtbar auf der betreffenden Seite, um ein besseres Suchmaschinen-Ranking zu erzielen. Dieses Problem kann man lösen, wenn man die PlagAware-Funktion „Inhaltsbericht erzeugen“ benutzt und damit alle Inhalte der Website sichtbar macht. Sie erhalten dann eine PDF-Datei und einen Screenshot von der betreffenden Seite.

Eine gute, wenn auch mit Kosten verbundene, Möglichkeit seine Inhalte zu schützen, ist die Hinterlegung der Texte bei einem Notar. Es gibt mittlerweile auch schon Anbieter, bei denen Sie Ihre Texte online hinterlegen können. So sparen Sie etwas Geld und den Weg zum Notar. Allerdings lässt sich auch durch die Hinterlegung des Textes beim Notar manchmal nicht beweisen, dass Sie wirklich der Urheber sind. Der Notar war ja schließlich nicht dabei, als Sie Ihren Text verfasst haben. Das Datum der Hinterlegung beim Notar ist hier der wichtigste Beweis. Allerdings hilft das Datum auch nur weiter, wenn später ersichtlich ist, dass die Seite mit dem geklauten Content, später entstanden ist. Web-Archive sind oftmals eine gute Möglichkeit, nachzuweisen, wann der Text von Ihnen veröffentlicht wurde und wann er beim Contentdieb online war. Web-Archive zeichnen allerdings auch nicht alle Veränderungen im WorldWideWeb auf, sondern nur die wichtigsten. Im Ernstfall ist es aber den Versuch wert, auf diese Weise, sein Urheberrecht zu beweisen.

Blogger die einen WordPress Blog betreiben, haben die Möglichkeit, einen digitalen Fingerabdruck über Plugin@Feed in ihren Blog einzubinden. So kann dann das WordPress Dashbord Contentdiebstahl erkennen und melden. Allerdings besteht bei Texten natürlich auch immer die Möglichkeit diese einfach abzutippen. Man kann den Content Klau also nur erschweren, aber nicht grundsätzlich verhindern.

Wie wehrt man sich gegen Content Klau?
Handelt es sich um leichtere Verstöße gegen das Urheberrecht, reicht oft schon eine E-Mail oder ein Anruf beim Contentdieb aus. Die meisten Diebe werden der Aufforderung zur Löschung des fremden Contents wohl ganz schnell nachkommen. Handelt es sich um schwerer Verstöße oder stellt sich der Gegenüber stur, haben Sie selbstverständlich die Möglichkeit einen Anwalt einzuschalten. Der Rechtsanwalt wird dann zunächst den Contentdieb zur Unterlassung auffordern und gegebenenfalls später gerichtliche Schritte einleiten. Ob der Weg zum Anwalt Sinn macht, ist sicherlich von Fall zu Fall verschieden. Einen Anwalt einzuschalten, ist natürlich mit Kosten verbunden und somit sollte vorher gründlich überlegt werden, ob der Contentdiebstahl überhaupt beweisbar ist. Außerdem sollten Sie sich ernsthaft fragen, ob es die Sache Wert ist. Auch wenn man sich verständlicherweise über den Diebstahl seines Gedankengutes und seiner Arbeit ärgert, sollte man ganz nüchtern die Kosten und den Aufwand gegen den tatsächlich entstandenen Schaden und gegen den Nutzen abwiegen. Lieber einmal einen kleinen Klau der eigenen geistigen Erzeugnisse tolerieren, als sich sorgenvolle tiefe Gesichtsfalten wachsen zu lassen.

Das Internet bietet jedermann die Chance Texte, Fotos und andere Dinge der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Man kann das Internet als Werbeplattform nutzen und seine Interessen dort vertreten. Allerdings hat dieses so öffentlich zugängliche Medium auch seine Schattenseiten, z.B. den ungenierten Content Klau. Hier kann man nur versuchen, sich mit den genannten Mitteln, gegen böswilligen Diebstahl zu schützen.

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