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Förderprogramme bei der Existenzgründung

Eine erfolgreiche Selbstständigkeit ist für viele Menschen der Inbegriff der persönlichen Berufung. Der Einsatz von individuellen Fähigkeiten und Talenten wird nirgends so hoch honoriert, als wenn man auf eigene Rechnung arbeitet. Dabei geht es nicht nur darum, möglichst viel zu verdienen. Die Anerkennung von Einsatz und Mühe ist oft die größte Bestätigung für einen Unternehmer, Freiberufler und Selbstständigen. Selbstverständlich sollten sich ehrliche und authentische Arbeit auch finanziell lohnen. Denn im Gegensatz zu einem Angestelltenverhältnis muss der Selbstständige alle aufkommenden Steuern und Versorgungsbeiträge, selbst aufbringen. Geschäftsrücklagen und Investitionsmittel ebenfalls.

Realistisch sein und nicht nur träumen

So kann aus dem Traum, ein erfolgreicher Unternehmer zu sein, ganz schnell ein Albtraum werden. Nicht bewilligte Zuschüsse und Kredite, Steuerrückzahlungsforderungen und Gläubigerverbindlichkeiten lassen einen ganz schnell erwachen und die harte Realität spüren. Diese ernüchternde Sachlage umzukehren und Verbindlichkeiten in Gewinn zu wandeln ist sehr schwierig. Einfacher gestaltet sich eine richtige Vorbereitung zur Selbstständigkeit. Welche Voraussetzungen muss man erfüllen – persönliche und gesetzliche? Welchen Einsatz erfordert ein erfolgreiches Start-up? Was wird auf dem Markt von einem erwartet? Gibt es für das Vorhaben überhaupt einen Markt? Nicht zuletzt sollte auf der Liste von Aufgaben, der Punkt Förderung und Programme zur Existenzgründung stehen. Hierbei gibt es einige, interessante Möglichkeiten und Institutionen, die einem auf dem Weg in eine erfolgreiche selbstständige Zukunft unterstützend zur Seite stehen können.

Die Agentur für Arbeit und der Existenzgründerzuschuss
Auch wenn es seit kurzer Zeit eine strengere Reglementierung beim staatlichen Existenzgründerzuschuss gibt, sollte die Beantragung dieser Mittel für jeden Gründer selbstverständlich sein. Der Gründerszuschuss errechnet sich aus einem prozentualen Anteil des zuletzt verdienten Gehaltes – bei Arbeitslosigkeit als Ersatz des Arbeitslosengeldes. Hinzu kommt eine Bezuschussung von 300 Euro für soziale Absicherungen wie die Krankenkassen- und Rentenbeiträge bei Eintritt ins Rentenalter. Dies gilt für eine Dauer von sechs Monaten. Danach kann die Bezuschussung für soziale Abgaben für weitere neun Monate beantragt werden. Voraussetzung für den Existenzgründerzuschuss ist eine genaue Beschreibung der zu erzielenden Selbstständigkeit. Die Erstellung eines schlüssigen Businessplanens und dessen fachkundige Prüfung sind ebenfalls Kriterium für eine Bezuschussung seitens der Agentur für Arbeit.

Die Fakten hinter der Geschäftsidee
Einen Businessplan zu erstellen ist für jede Art von Förderung nötig. Dazu gehört akribisches Dokumentenmanagement und die Übersicht über das eigene Vorhaben. Diese schriftliche Geschäftsplanung gibt Investoren einen faktischen Überblick über die Aufstellung der Selbstständigkeit. Für den Ersteller hat die Auseinandersetzung mit wirtschaftlichen Gütern, Prognosen und Zahlen ebenfalls einen sehr hohen Nutzen. Oft verbergen sich hinter einer guten Geschäftsidee ungenügende Berechnungen, nicht bedachte Risiken oder zu kurzfristige Überlegungen. Je früher die Arbeit mit den Zahlen und Fakten in das Start-up integriert wird, umso positiver können Prognosen und Aussichten für den Erfolg des Unternehmens sein. Der Unternehmer selbst lernt neben der emotionalen Bindung zu seinem Projekt auch die Notwendigkeit von kalkulatorischen Werten und der eigenen Wirtschaftlichkeit.

Förderung durch die staatliche Mittelstandsbank
Potenzielle Geldgeber lesen solch einen Businessplan wie die tägliche Aktienübersicht ihres Portfolios. Etwas anders verhält sich die Förderung durch günstige Kredite und Darlehen bei der KfW-Bank. Unter anderem hat diese staatliche Bank Fördermittel in Form von günstigen Konditionen für Selbstständige, Unternehmer und Existenzgründer im Programm. Hier gibt es zum Beispiel den KFW-Gründerkredit. Unter bestimmten Bedingungen werden Gründern Gelder bis zu 100.000 Euro bewilligt. Bei der Bewilligung dieser staatlichen Förderung prüft nicht die KFW-Bankengruppe selbst die notwendigen Voraussetzungen, sondern holt sich hier die Unterstützung der Hausbanken der Kreditsteller. Hierbei hat der Antragssteller freie Wahl, muss also nicht unbedingt den Weg zu seiner kontoführenden Bank gehen. Der Antrag wird nun bei der gewählten Bank gestellt. Diese prüft nun die notwendigen Unterlagen und Sicherheiten. Nach erfolgter Prüfung erfolgt der Entscheid zur Kreditwürdigkeit. Dieser wird an die KFW-Bankengruppe weitergegeben. Nicht alle Hausbanken übernehmen diese Vermittlertätigkeit gerne. Das liegt daran, dass die KFW nicht die komplette Risikoabdeckung eines Kredites übernimmt. Außerdem vergibt die Hausbank lieber ihre eigene Kredite inklusive höherer Zinsen.

Die Bank verschenkt kein Geld
Für Jungunternehmer kann die Aufnahme eines Bankenkredites sehr attraktiv aber auch fatal sein. Lange Laufzeiten und hohe Rückzahlungsraten belasten die Geschäftstätigkeit stark. Um die bezinsten Gelder immer pünktlich zurückzuzahlen, ist eine bestimmte Wirtschaftlichkeit absolut notwendig und das von Anfang an. Der Druck auf den Gründer wird sehr hoch. Nicht wenige haben diesem Druck nicht standhalten können und mussten die sehnlichst erwünschte Selbstständigkeit aufgeben.

Private Geldgeber und Investoren
Eine noch recht junge Form der Förderung für Existenzgründer ist die Investition von privaten Geldgebern in Form von Mikrodarlehen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten an diese Kredite zu kommen. Unternehmensplattformen im Internet bieten entsprechende Kontakte an. Im Gegensatz zu Banken, die oft nur anhand von Berechnungen über Bewilligungen entscheiden, ist das Interesse von privaten Geldgebern sehr unterschiedlich. Das kann eine lukrative Anlageform für Gelder sein, aber auch die Begeisterung für frische Ideen und diese unterstützen zu wollen. Das Internet bietet eine Vielzahl möglicher Förderungsmittel an. Neben den genannten Geldgebern gibt es auch regionale Investoren oder projektspezifische Ausschreibungen und Wettbewerbe. Eine erfolgreiche Teilnahme mit einer innovativen Geschäftsidee hat schon manchen Existenzgründer auf die Beine geholfen.

 

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