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Voll im Trend Content Klau im Internet

Contentklau Definition
Der Contentklau bezeichnet die leider immer beliebter werdende Unsitte, Inhalte von Webseiten in Form von Texten und Grafiken ohne Zustimmung des Seitenbetreibers zu kopieren. Dabei sollte beachtet werden, dass der Contentklau kein Kavaliersdelikt ist, denn die Inhalte der Webseite stehen in der Regel unter einem urheberrechtlichen Schutz. Der Betreiber der Webseite kann somit rechtliche Schritte gegen den Kopierer starten. Neben dem Contentklau werden immer häufiger ganze Webseiten und Portale kopiert. Dies wird bis heute nicht unbedingt als Urheberrechtsverletzung angesehen.

Automatisierte Kopierdienste und Contentnetzwerke
Während das Kopieren der ein oder anderen Textpassage harmlos erscheinen mag, gibt es mittlerweile immer mehr professionelle Webseiten, die automatisiert ganze Webseiten und Internetprojekte kopieren, für die andere Menschen viele Arbeitsstunden investiert haben. Dadurch erhoffen sich die Kopierer ein besseres Ranking bei den Suchmaschinen und natürlich eine Steigerung der Werbeeinnahmen. Sogenannte Meta-Suchmaschinen durchsuchen ganze Webseiten und kopieren deren Inhalte als Zitate auf der eigenen Webseite. Die Kopien werden mit Bannerwerbung und Werbeanzeigen gepaart, um Werbeeinnahmen zu erzielen. Bis vor Kurzem gab es zahlreiche Contentnetzwerke im Internet, die Studenten und Freie Texter damit beschäftigten, Texte zu geforderten Themen zu erstellen. Dabei reicht es aus, den Content von News-Seiten umzuschreiben. Über Werbung in Foren und sozialen Netzwerken wurden zudem die Zugriffszahlen gesteigert, was mit steigenden Werbeeinnahmen belohnt wurde. Eine weitere beliebte Form des Contentklaus sind sogenannte Scraper Sites. Diese Webseiten stehlen den Content aus RSS- und XML-Feeds und blenden ihn auf der eigenen Webseite zusammen mit Werbung ein. Sehr bekannt sind in diesem Bereich diverse Klone der Online-Enzyklopädie Wikipedia. Obwohl im Internet die Behauptung kursiert, dass man als Webmaster gegen den Contenklau machtlos ist, sollte man sich dagegen wehren. Um effektiv gegen die Contentdiebe vorzugehen, gibt es sowohl gerichtliche als auch außergerichtliche Lösungen.

Rechte am Urheberrecht belegen
Das Urheberrechtsgesetz enthält spezielle Regelungen über Inhalte, die prinzipiell geschützt sind. Das Urheberrecht gilt für verschiedene geistige Errungenschaften wie Musik, Filme, gebrauchte Software und eben auch Texte. Sollte der Webmaster sich somit entscheiden, rechtliche Schritte gegen einen Contendieb einzuleiten, sollte dieser bereits bei der Erstellung oder beim Kauf der Texte daran denken, sich die Urheberschaft belegen zu lassen. Jeder Text sollte mit Datum und Uhrzeit versehen ausgedruckt werden. Im schlimmsten Fall bringt dies jedoch nicht viel, da das Datum natürlich nachträglich auf das Papier gedruckt werden kann. Das Dokument könnte sich der Webmaster allerdings selbst per Post zusenden, ohne es zu öffnen. Weitaus professioneller, aber auch teurer, ist die Hinterlegung der eigenen bzw. gekauften Texte bei einem Notar. Dieser Problematik haben sich mittlerweile zahlreiche Online-Anbieter angenommen und bieten ihre Dienste weitaus günstiger als ein Notar an.

Damit der Webmaster beweisen kann, dass sich die Texte zum fraglichen Zeitpunkt nicht nur in seinem Besitz befanden, sondern auch aus seiner Feder entstanden ist, sollten die Texte zusätzlich mit einem Plagiats-Prüfbericht hinterlegt werden. Dieser definiert klar, dass zum Zeitpunkt der Erstellung keine anderen Quellen im Internet verfügbar waren. Sollte der Contentklau bereits geschehen sein, hilft ein Blick in die „WayBackMachine“. Dieses Web-Archive dokumentiert alle Veränderungen wichtiger Webseiten. Hier kann man mit etwas Glück nachweisen, zu welchem Zeitpunkt der Contentklau stattgefunden hat.

Den Contentklau dokumentieren
Egal ob die Texte vom Urheberrecht geschützt sind oder nicht, um weitere Schritte einleiten zu können, sollte der Contentklau ausführlich dokumentiert werden. Die einfachste Methode ist der Ausdruck bzw. die Erstellung von Printscreens von der jeweiligen Seite. Um eine hohe Platzierung bei den Suchmaschinen zu erzielen, setzen manche Contendiebe den gestohlenen Inhalt unsichtbar auf ihre Webseite. In diesem Fall ist es ratsam, den Quelltext der Seite zu analysieren. Viel effektiver ist das Analyse-Tool PlagAware. Über den Service kann jeder Webmaster einen Inhaltsbericht erzeugen. Der Web-Service generiert ein PDF Dokument sowie einen Screenshot der fraglichen Webseite.

Kontaktaufnahme mit Contentdieb
Sollte man als Webmaster den Inhalt seiner eigenen Webseite auf einem fremden Portal entdecken, hat man die Möglichkeit, den Betreiber dieser Internetseite zu kontaktieren und ihn aufzufordern, die gestohlenen Inhalte von der Webseite zu entfernen. Um den Aufwand gering zu halten, ist es empfehlenswert, den Betreiber der Webseite zunächst per E-Mail oder telefonisch zu kontaktieren. In der Regel ist es allerdings ratsam, die Aufforderung schriftlich zu gestalten, da dies im Falle eines Gerichtsverfahrens leichter nachgewiesen werden kann. In dem Schreiben sollte eine klare Frist zur Entfernung der Inhalte gesetzt werden, idealerweise mit komplettem Datum und Uhrzeit.

Sollte der Contentdieb nicht auf die Aufforderung zur Entfernung der Inhalte reagieren bzw. die Inhalte bis zum Fristablauf nicht entfernt haben, können gerichtliche Schritte eingeleitet werden. In diesem Fall wird ein Rechtsanwalt in Brühl, Buxtehude – oder wo auch immer man wohnen möge – empfohlen, der sich mit Urheberrechtsverletzungen auskennt und einige Fälle bereits gelöst hat. Der Anwalt hat die Möglichkeit, dem Contentdieb ein anwaltliches Aufforderungsschreiben zu senden. Die dabei entstehenden Kosten müssen von dem Contentdieb getragen werden. Sollte es zu einem gerichtlichen Verfahren kommen, sollte man dies für sich entscheiden. Kommt es nämlich dazu, dass der Contentdieb gewinnt, muss der Webmaster nicht nur die Kosten für das Gerichtsverfahren und den Rechtsanwalt tragen, sondern auch Auslagen der Gegenseite.

Der DMCA-Antrag
Sollte sich der Contentdieb weigern, den geklauten Inhalt von seiner Webseite zu entfernen, hat man die Möglichkeit, einen DMCA-Antrag bei der Suchmaschine Google zu stellen. Dies ist ein Ausweg, der noch vor einer Klage geschehen kann, in der Regel aber sehr lange dauern kann. Mit dem Antrag wird Google von dem Contentklau unterrichtet und kann die Plagiate von seiner Suchmaschine sperren, sofern die Urheberschaft des Antragstellenden anerkannt wird.

Plagiate schaden dem Ranking in Suchmaschinen
Seit dem Google Panda Update werden Plagiate, doppelte Inhalte und Contentfarmen noch härter bestraft. Dies bedeutet, dass durch Plagiate auch die eigene Webseite in Gefahr ist, denn auch sie wird durch den doppelten Content bestraft. Seit dem Google Panda Update werden Webseiten belohnt, die hochwertigen Inhalt bieten und Unique Content veröffentlichen, die dem Nutzer einen Mehrwert bieten. Die Qualität der Webseite wird gemessen, indem die Suchmaschine analysiert, wie oft der Content auf anderen Webseiten vorkommt. Eine einhundertprozentige Kopie der eigenen Webseite wäre in diesem Fall fatal. Die Suchmaschine würde die Webseite als „Duplicate Content“ einstufen und von den Suchergebnissen ausschließen.

Sinkende Besucherzahlen
Contentdiebe sind Wettbewerber und verfolgen verschiedene Webseiten nur mit dem Ziel, den Inhalt zu kopieren und die Original-Webseite vom Markt zu verdrängen. Selbst wenn die eigene Webseite nicht aus den Suchergebnissen von Webseiten verbannt wird, schafft man dem Mitbewerber einen Vorteil, wenn man nicht gegen das Kopieren der eigenen Inhalte vorgeht. Zum einen gehen die Aufwände, die zur Erstellung der Inhalte investiert wurden, verloren. Zum anderen könnten die eigenen Besucher zum Konkurrenten abwandern, wodurch die Werbeeinnahmen der eigenen Seite minimiert werden.

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Kommentare (2)

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  1. Stefan sagt:

    aber es gibt doch die Möglichkeit mit dem Zitat bzw. via. Einige Seiten haben es sich zur Aufgabe gemacht als, mehr oder weniger, englische Seiten zu übersetzen.

    • webmastertotal sagt:

      Das Problem besteht ja schon im Ansatz, wenn der Urheber nicht um Erlaubnis gefragt wird. Sollte diese Zustimmung vorhanden sein, spricht dem ja nichts entgegen eine Seite zu übersetzen oder im Zitat zu veröffentlichen.

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