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Behördengänge zur Existenzgründung

Auch wenn man „nur“ einen kleinen Wein Online Shop gründen möchte, müssen einige Behördengänge vorab erledigt werden. Um dabei nicht die Übersicht zu verlieren, ist es zu empfehlen, sich eine Liste mit allen nötigen Behördengängen und den dafür benötigten Unterlagen und Papieren zusammenzustellen. Sonst müsste man einige dieser lästigen Wege wohlmöglich mehrere Male machen, sollten noch Unterlagen fehlen. Einige Schritte bleiben einem aber bei der Gründung eines Onlineshops erspart. So wird für eine reine Verkaufstätigkeit nicht die Eintragung bei der Handwerkskammer nötig. Auch in die sogenannte Handwerksrolle muss der Betreiber eines Onlineshops nur eingetragen werden, wenn er vor Ort auch handwerkliche Tätigkeiten anbietet.

Gewerbeanmeldung ist Pflicht für alle
Jede Aufnahme einer gewerblichen Tätigkeit muss bei dem vor Ort zuständigen Gewerbeamt gemeldet werden. In der Regel ist es bei der zuständigen Gemeindeverwaltung im Ort untergebracht. Je nach Art des Gewerbes muss ein polizeiliches Führungszeugnis vorgelegt werden. Direkt im Anschluss ist der Gang zum Finanzamt ratsam, dort wird dem Gründer eine Steuernummer zugeteilt, mit der er dann seine Umsatzsteuer begleichen darf. Das Arbeitsamt muss ebenfalls informiert werden, wenn ein Gewerbe angemeldet wird. Dort erhält man dann eine Betriebsnummer, die für die Anstellung von eigenen Arbeitnehmern erforderlich ist. Auch wenn man nicht plant, jemals weitere Personen als sich selbst zu beschäftigen, sollte diese Betriebsnummer gleich zu Beginn einer geschäftlichen Tätigkeit mit vorhanden sein. Die Betriebsnummer wird nicht nur in die Versicherungsnachweise der Arbeitnehmer eingetragen, sie dient auch später der Dokumentation der eigenen selbstständigen Tätigkeit. Sollte man also leider mit seinem Gewerbe scheitern, kann man anschließend leichter vor den betreffenden Ämtern den Verlauf des Geschäfts dokumentieren. Wer noch unsicher ist, welche Unterlagen er wo einzureichen hat, kann sich bei der örtlichen IHK kostenlos beraten lassen, was für sein Geschäft speziell an Unterlagen notwendig ist.

Krankenkasse und Rentenversicherung
Mit der Krankenkasse und dem Rentenversicherungsträger muss geklärt werden, inwieweit eine Versicherungspflicht für den neuen Unternehmer besteht und falls er Personal einstellt, wie dieses versichert werden muss. Für die eigene Krankenversicherung oder auch Familienkrankenversicherung lohnt es aber, sich nicht nur vom örtlichen Anbieter ein Angebot einzuholen, sondern der Jungunternehmer sollte unbedingt ebenfalls die unterschiedlichen Bedingungen und Leistungen der einzelnen Krankenkassen sowie deren Beiträge vergleichen. Ebenso verhält es sich auch mit der Berufsgenossenschaft. Sie muss zumindest über die Gründung eines Unternehmens informiert werden, besonders wenn Mitarbeiter eingestellt werden sollen. Alles dies gilt auch, wenn lediglich Aushilfen auf der sogenannten 400 Euro Basis eingestellt werden sollen. Selbst wer nur eine Stunde in der Woche arbeitet, muss bei der Berufsgenossenschaft gemeldet sein. Die Beiträge sind aber ohnehin überschaubar, daher würde ein Verschweigen der Tätigkeit keinen Sinn machen. Um sich derartigen Ärger, auch durch Unwissenheit, vom Hals zu halten, ist es sinnvoll, gleich zu Beginn einen Steuerberater einzusetzen. Besonders wenn man Lohn- und Gehaltsabrechnungen erstellen muss. Diese kann der Steuerberater gegen geringes Entgelt leichter und vor allem garantiert richtig erstellen.

Stromanbieter, Wasserversorger und die Müllentsorgung möchten informiert werden
Wenn man neue Räume für seinen Onlineshop anmietet, sollte vorher klar sein, dass diese auch gewerblich genutzt werden dürfen. Häufig beginnt man mit einem Onlinehandel in der eigenen Wohnung, doch wenn das Geschäft ausgebaut wird, ist dies oft gar nicht mehr erlaubt. Auch die Anmietung einer normalen Wohnung für Geschäftszwecke ist nicht zulässig. Daher sollte man sich die Widmung der Räumlichkeiten genau ansehen. Ist hier eine gemischte Nutzung erlaubt, kann der Raum auch gewerblich genutzt werden. In großen Wohnblocks jedoch ist dies selten der Fall. Der Stromversorger und die Müllabfuhr müssen auf jeden Fall über die gewerbliche Nutzung in Kenntnis gesetzt werden. Ebenso verhält es sich mit dem Wasserversorger. Häufig ist der Strompreis für die gewerblichen Kunden außerdem günstiger, so kann es sich also lohnen, dort nachzufragen. Fällt vielleicht besonders viel Verpackungsmüll an, sollte dies auch mit dem Entsorgungsunternehmen abgesprochen werden. Dieses wird dann extra Tonnen bereitstellen.

Fördern und fordern
Die Arbeitsagenturen und Jobcenter werben seit einiger Zeit mit dem Slogan „Fördern und Fordern“. Wer sich selbstständig machen möchte und vorher arbeitssuchend gemeldet war, kann verschiedene Förderungen bei den entsprechenden Ämtern beantragen. Hier gilt vor allem, zuerst den Weg zum Arbeitsamt zu gehen. Auch die Gewerbeanmeldung sollte möglichst noch nicht erfolgt sein, wenn man Gelder beantragen möchte. Empfänger von Arbeitslosengeld II oder Hartz IV müssen ohnehin erst bei ihrem Arbeitsberater vorsprechen, bevor sie sich selbstständig machen dürfen. Bei der zuständigen Arbeitsagentur kann man sich beraten lassen, was für Hilfen es für eine Gründung gibt. Selbst weitergehende Beratungen zum Geschäftskonzept können die Arbeitsberater geben. Sie haben in der Regel bereits viele neue Selbstständige und Firmengründer betreut und kennen alle Stolperfallen. Man sollte seinen Businessplan mitnehmen zu dem Gespräch. Zunächst reicht da ein einfach strukturierter Geschäftsplan, damit der Berater ungefähr übersehen kann, worum es geht. Doch die Arbeitsämter sich nicht die Einzigen, die unter Umständen eine Förderung für Existenzgründer anbieten. Auch hier kann die IHK beraten, welche Möglichkeiten man zudem noch hat, für das spezielle Geschäftsmodell eine Förderung zu beantragen.

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